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Bilder und Gedichte
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Nenne dich nicht arm,
weil deine Träume
nicht in Erfüllung gegangen sind.
Wirklich arm ist nur,
wer nie geträumt hat.
Marie von
Ebner-Eschenbach |
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Die klare frische Rosenblüte streichelt
mein geschlossenes Auge leicht, als legte sie noch tausend kühle Lider,
eines auf das andere, über mein heißes Lid. Und tausend Schlummer
breitet sie dann über meine Täuschung hin, darunter streif ich selbst umher
im Duft des Labyrinths.
Rainer Maria Rilke (1875 - 1926),
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Es ist viel wichtiger
wortlos den Weg ans Licht zu
wagen,
als wortreich
über die Dunkelheit zu klagen
(Hans Kruppa) |
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Aber du kamst nie
mit dem Abend -
Ich saß im
Sternenmantel.
...Wenn es an mein
Haus pochte,
War es mein
eigenes Herz.
Das hängt nun an
jedem Türpfosten,
Auch an deiner
Tür;
Zwischen Farren
verlöschende Feuerrose
Im Braun der
Guirlande.
Ich färbte dir den
Himmel brombeer
mit meinem
Herzblut.
Aber du kamst nie
mit dem Abend-
...Ich stand in
goldenen Schuhen.
(Else
Lasker-Schüler) |
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Stufen
Wie jede Blüte
welkt und jede Jugend Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne, Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andre, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft zu leben. Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, An keinem wie an einer Heimat hängen, Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten. Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen, Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen. Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde Uns neuen Räumen jung entgegensenden, Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ... Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Hesse
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An sich
Sei dennoch
unverzagt! Gib dennoch unverloren! Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid, Vergnüge dich an dir, und acht es für kein Leid, Hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen. Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren, Nimm dein Verhängnis an, lass alles unbereut. Tu, was getan sein muss, und eh man dirs gebeut. Was du noch hoffen kannst das wird noch stets geboren.
Was klagt, was lobt man doch? Sein Unglück und sein Glücke Ist sich ein jeder selbst. Schau alle Sachen an: Dies alles ist in dir. Lass deinen eitlen Wahn, Und eh du fürder gehst, so geh in dich zurücke. Wer sein selbst Meister ist, und sich beherrschen kann, Dem ist die weite Welt und alles untertan. Paul Fleming
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Ich lebe grad
Ich lebe
grad, da das Jahrhundert geht. Man fühlt den Wind von einem großen Blatt,
das Gott und du und ich beschrieben hat und das sich hoch in fremden Händen dreht.
Man fühlt den Glanz von einer neuen Seite, auf der noch Alles werden kann.
Die stillen Kräfte prüfen ihre Breite und sehn einander dunkel an.
Rainer Maria Rilke, 22.9.1899, Berlin-Schmargendorf
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Vielleicht bedeutet Liebe auch
lernen,
jemanden
gehen zu lassen,
wissen,
wann
es Abschied nehmen heißt.
Nicht
zulassen,
dass
unsere Gefühle dem im Wege stehen,
was
am Ende wahrscheinlich besser ist für die,
die
wir lieben.
(
Sergio Bambaren in dem Träumenden Delphin)
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Alles geben die Götter, die
unendlichen,
Ihren Lieblingen ganz,
Alle Freuden, die unendlichen,
Alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.
Goethe
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